Pflaster reinigen – die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Ratgeber · Pflaster

Pflaster reinigen – die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Sie wollen Ihr Pflaster selbst reinigen? Hier ist die ehrliche Anleitung – inklusive der Punkte, an denen Sie aufpassen müssen, damit nichts schiefgeht.

Schritt 1 – Material erkennen

Bevor Sie das erste Mal Wasser anstellen: Welches Material liegt da eigentlich? Verbund-Beton, Klinker und Granit vertragen Hochdruck. Sandstein, Travertin und alte Klinker brauchen Niederdruck-Wirbelstrahl.

Faustregel: Wenn Sie mit dem Fingernagel über die Oberfläche kratzen und der Stein bröselt → empfindlich → kein Hochdruck. Wenn er hart bleibt und kratzfest ist → hochdruckfest.

Schritt 2 – Vorbehandlung

Algen und Moos werden mit reinem Hochdruck nicht zuverlässig getötet – sie kommen nach 6 Monaten wieder. Eine biozidfreie Algen-Lösung 15 Minuten einwirken lassen, dann arbeiten.

Bei Ölflecken: Spezialreiniger für mineralische Öle (z.B. Ölfleck-Entferner aus dem Bauhandel). 30 Minuten einwirken lassen, dann mit Heißwasser abspritzen.

Schritt 3 – Heißwasser-Hochdruck

Hier kommt es auf drei Dinge an:

  • Düsenwahl: Flachstrahldüse 25° für Pflaster, NICHT die Punktstrahldüse (zerstört Fugen)
  • Abstand: 20–30 cm zur Oberfläche – nicht näher
  • Winkel: 45° Schräganschlag – nicht senkrecht (sonst löst Fugensand)

Mietgeräte (Baumarkt) liefern 100–130 bar. Profi-Geräte 180–200 bar. Bei 100 bar dauert es länger und das Ergebnis ist meist nicht so gründlich.

Schritt 4 – Fugen sanieren

Nach der Reinigung sind Ihre Fugen leerer als vorher. Das ist normal. Sie müssen sie verfüllen, sonst wackeln Steine und Unkraut keimt.

Standard-Fugensand ist OK, hält aber nur 2–3 Jahre. Polymer-verstärkter Fugensand hält 8–10 Jahre und unterdrückt Unkraut deutlich besser. Etwa 30 % teurer, lohnt sich.

Schritt 5 – Trocknen + optional Imprägnieren

Pflaster muss vor der Imprägnierung KOMPLETT trocken sein – mindestens 48 Stunden Sonne. Sonst zieht die Imprägnierung nicht ein.

Imprägnierung mit Roller oder Sprühflasche aufbringen. Ein zweiter Auftrag nach 4 Stunden bei sehr saugendem Material (Sandstein).

Wann lohnt der Profi?

Selbst-machen lohnt bei kleinen Flächen (bis 30 m²), wenn Sie ein eigenes Hochdruck-Gerät haben. Ab 50 m² oder bei empfindlichem Material rechnet sich der Profi:

  • Bessere Geräte (Heißwasser bis 100 °C, 200 bar) – das Ergebnis hält länger
  • Material-Wissen – kein Zerstören durch falsche Düse
  • Zeit – ein Tag Profi vs. ein Wochenende selbst, plus Anstrengung
  • Festpreis statt Mietgeräte-Risiko (defektes Gerät, Wochenend-Aufpreis)

Richtwert: Profi ab 4,50 €/m². Eigenes Mietgerät ~50 € pro Tag, plus 60 €/Tag für Hochdruckreiniger Heißwasser.

Häufige Fragen

Was Sie noch wissen sollten

Welches Hochdruck-Gerät reicht?
Für 30–50 m² genügt ein Mittelklasse-Gerät mit ~130 bar Kaltwasser. Bei größeren Flächen oder hartnäckigen Algen ist Heißwasser-Hochdruck (Mietkosten ~80 €/Tag) deutlich überlegen.
Was wenn ich keine Algen-Lösung verwende?
Sie reinigen nur die Oberfläche. Sporen bleiben in den Poren. In 6–12 Monaten wachsen Algen erneut.
Wie viele Quadratmeter pro Stunde?
Selbst, mit Standardgerät: 8–15 m²/h. Profi mit Heißwasser-Hochdruck: 25–40 m²/h.
Bereit?

Lieber Profis ranlassen?

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Marvin Kleinofen
Marvin KleinofenInhaber · Ihr Ansprechpartner
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